Kongress Frühe Mehrsprachigkeit


Mythen - Risiken - Chancen

Am 5. und 6. Oktober 2006 veranstaltete die Baden-Württemberg Stiftung gemeinsam mit der Universität Mannheim einen internationalen Fachkongress zum Thema Frühe Mehrsprachigkeit. Die wissenschaftliche Leitung hatte Professor Rosemarie Tracy.

Ziel des Mannheimer Kongresses war es, bestehende Irrtümer zur frühen Mehrsprachigkeit aufzuklären und neue Forschungsergebnisse vorzustellen.

Die über 300 teilnehmenden Experten aus Forschung und Praxis sprachen sich für eine möglichst frühe und gezielte Sprachförderung aus. Kernaussage ihrer Mannheimer Erklärung zur frühen Mehrsprachigkeit: Kinder werden durch das Erlernen einer zweiten oder weiteren Sprache nicht überfordert. Sie können von Geburt an mit mehr als einer Erstsprache aufwachsen.

Statement zur Mehrsprachigkeit


„Mit jeder Sprache, die du erlernst, befreist du einen bis daher in dir gebundenen Geist.” (Friedrich Rückert)

Mehrsprachigkeit stellt eine wichtige Ressource in unserer globalisierten Gesellschaft dar und hat sowohl für den Einzelnen als auch für die Gesellschaft große Bedeutung. Im Gegensatz zu Mitteleuropa ist in vielen Regionen der Welt Mehrsprachigkeit der Normalfall.

In vielen dieser Gesellschaften ist das Recht auf Muttersprache (neben offiziellen Staats-oder Verkehrssprachen) in den Verfassungen verankert. Jedes Mitglied unserer Gesellschaft sollte nicht nur das Recht haben, seine Sprache in der Familie und im privaten Umfeld zu gebrauchen, sondern die Sprache sollte auch eine angemessene gesellschaftliche Akzeptanz erfahren.

Die Anerkennung der Muttersprachen ist ein wichtiger psychologischer Faktor für Menschen mit Migrationshintergrund, da ihre Sprachen wesentlich ihre Identität prägen.

Die Förderung der Muttersprachen ist nicht als Gegensatz zur Förderung der deutschen Sprache zu sehen. Denn mehrsprachige Menschen sind ein bedeutendes Potential für unsere Gesellschaft:
 
* Sie besitzen ein differenziertes Bewusstsein von Sprache und lernen weitere Sprachen leichter als Einsprachige.
* Sie haben eine differenziertere Sicht auf die Welt und sind daher flexibler im Hadeln.
* Sie können eine Brückenfunktion einnehmen als Vermittler zwischen unterschiedlichen Kulturen.

All diese Fähigkeiten können sie aber nur entfalten, wenn ihre Sprachen anerkannt und gefördert werden. Diese Förderung liegt auch im Interesse unserer Gesellschaft, da sie einhergeht mit dem Erhalt und den Ausbau der Sprachenvielfalt in unserem Land. Von der Sprachenvielfalt profitieren nicht zuletzt der Wissenstransfer, der Tourismus und unsere Wirtschaftsbeziehungen. Viele internationale Unternehmen und Organisationen sehen zwei- und mehrsprachiges Personal als wichtigen Standortfaktor.


Wir plädieren daher für eine gesellschaftliche Wertschätzung der Mehrsprachigkeit. Damit meinen wir nicht nur die „Elite“-Mehrsprachigkeit mit Prestigesprachen wie Englisch oder Französisch, sondern besonders die natürliche Mehrsprachigkeit aller Menschen, die eine andere Muttersprache als Deutsch haben. So sollte die Herkunftssprache in der Schule als vollwertige Sprache anerkannt und als Teil des Fremdsprachenunterrichts oder als eine der Unterrichtssprachen angeboten werden. Die Möglichkeit einer frühen mehrsprachigen Erziehung sichert allen Kindern die Chance, ihr intellektuelles Potential zu nutzen und eröffnet ihnen die Perspektive, den Herausforderungen unserer Zeit zu begegnen.

Dieser Appell richtet sich somit zuallererst an die Verantwortlichen in Politik und Bildungswesen, der Vielfalt der Sprachen, die in unserem Land gesprochen werden, auch in der schulischen Realität Rechnung zu tragen.

Verband binationaler Familien und Partnerschaften/
Erzähl-Projekt fördert Mehrsprachigkeit


Kinder in binationalen Familien wachsen mehrsprachig auf, ihre Sprachkompetenz ist hoch. Außerhalb der Familie leben sie in einer sich einsprachig verstehenden Welt. Unser Verband hat deshalb mit "Unsere Omas und Opas erzählen in vielen Sprachen" ein Programm zur frühkindlichen Sprachförderung entwickelt, das Familiensprachen in den Kindergartenalltag integriert.

Symposium in Essen"Muttersprache, Bildung, Kultur, Integration"

Gesellschaftliche Probleme von Einwanderern unter Migrationsbedingungen

"Anadili , Eğitim, Uyum" Göç koşulları altında göçmenlerin toplumsal sorunlarıkonulu Sempozyum16-17 Ekim 2010

29 Ekim 2001 tarihinde Berlin'de düzenlenen panel'de yapılan konusmanın özetidir.

İNSAN EŞİT DİL, DİL EŞİT İNSANDIR

PROF. DR. EMRE KONGAR


Çok kısa ifade etmek gerekirse "insan eşit dildir".

Hani bir söz vardır, "Bir dil bir insan, iki dil iki insan" derler. İşte aynen o deyişte olduğu gibi, her bir dil bir inasndır.Her bir dil, sadece bir kültürel birikimin toplamı ve bir kültürde yaşayan insanlararası iletişimin aracı olduğu için değil, aynı zamanda gerçekten de "kişinin toplum içinde var olmasının, yani kısaca "bireyin toplumsal varlığının bir aracı" olduğu için de "insan eşit dildir" ya da dil eşit insandır" diyorum.

Dil, bireyin toplumsal varlığının aracıdır; çünkü birey ile toplum arasında karşılıklı bir etkileşimin, bireyi birey yapan ve toplumu toplum yapan değerlerin, inançların, kısacası bireysel ve toplumsal tutum ve davranışların karşılıklı etkileşimine olanak tanır.

Bireyin "toplumsallaşması" dil sayesinde olur.

İnsan, içinde yaşadığı toplumun değerlerini, düşüncelerini, kurallarını ancak dil yoluyla öğrenir.

Biz buna "toplumsallaşma" diyoruz.

Bireyin kimliği, kişiliği oluştuktan sonra dönüp "toplumu etkilemesi" de yine dil sayesinde olanaklı olur.

Yani artık bir birey, toplumun içinde büyümüş, öteki bireylerden farklı ve özgün olan kimliği gelişmiş, sıra artık birey olarak içinde yaşadığı toplumu etkilemesine gelmiştir.

Politika, sanat edebiyat, öğretmenlik, memurluk veya esnaflık, zenaatkarlık gibi bireyin toplum içinde sahip olacağı herhangi bir meslek, artık, sadece bir geçim aracı değil, onun toplumu etkileme yoludur da.

İşte gerek toplumun bireyi oluşturması, gerekse bireyin, oluştuktan sonra dönüp toplumu etkilemesi ancak dil yoluyla olur.

Bu yüzden de ben "insan, eşit dildir" diyorum.

Türk kökenli Almanlar, doğuştan, "iki insan" olabilme avantajına sahiptirler.

Hem Türkçe hem de Almanca konuştukları takdirde "iki dil" öğrenecekler, ve böylece "iki insan" olacaklardır.

Bugünkü sorun, ne Türkçe, ne de Almanca konuşabilen, yani tek bir insan bile olamayan bir kuşağın ortaya çıkmakta oluşudur. Bu sorun derhal çözülmeli, "tek bir adam bile olamayan" Türk Alman çocuklar ve gençler "iki insan" olacak biçimde yetiştirilmelidir.