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Wir sind alle gleich, manche sind aber gleicher „Schüler mit - türkischem - Migrationshintergrund werden am Ausbildungsmarkt diskriminiert“

Der Forschungsbereich beim Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration stellte seine Studie vor. Die neu veröffentlichte bundesweite, repräsentative Studie des SVR belegt, dass es bei der Bewerberauswahl am Ausbildungsmarkt, seitens der Betriebe zur Diskriminierung kommt.

Die zentralen Ergebnisse der Studie zeigen, dass Schüler mit einem türkischen Namen auch bei gleichen Noten und gleicher Eignung deutlich schlechtere Aussichten haben, zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden, als Schüler mit einem deutschen Namen und die Unternehmen damit ganz eindeutig gegen das AGG handeln.

Die Bundesvorsitzende der FÖTED Mehtap Çağlar erklärte dazu: „FÖTED teilt die Feststellungen des SVR-Forschungsbereichs. Diskriminierungen im Bildungssystem und auf dem Ausbildungsmarkt waren uns aus Erfahrungsberichten der Eltern und Jugendlichen schon lange bekannt. Tatsache ist, dass bisher nur deren Eltern unter Generalverdacht standen, ihre Kinder für eine Ausbildung nicht zu motivieren, wenn die niedrige Beteiligung dieser Jugendlichen am Ausbildungsmarkt zur Diskussion stand. Wir freuen uns, dass endlich durch wissenschaftliche Studien unsere Erfahrungen bestätigt werden. Vielleicht jetzt sehen die Politik und die Wirtschaft ein, dass Diskriminierung die Teilhabechancen schon in jungen Jahren mindert und damit die Integration in den Arbeitsmarkt langfristig verhindert.

Aufgrund des demographischen Wandels gefährdet diese Praxis des Personalauswahls in Klein- und mittleren Unternehmen, mittelfristig die Anpassung der Personalstrukturen an die gesellschaftlichen Realitäten und damit eigene Erfolgsaussichten. Großunternehmen sorgen schon längst durch Diversitymanagement dafür, dass die Belegschaft die Vielfalt des Geschäftsumfeldes widerspiegelt sowie alle Mitarbeitenden Wertschätzung erfahren und motiviert sind, ihr Potential zum Nutzen dem Unternehmen einzubringen.“

FÖTED unterstützt die von dem SVR-Forschungsbereich aufgestellten Handlungsempfehlungen: Sensibilisierung gegen Vorurteile, Stärkung der betrieblichen Diversitätskompetenzen, Anonymisierung der Bewerbungen, Professionalisierung der Such- und Auswahlprozesse um diskriminierende Selektionsmechanismen zu vermeiden, stärkere Kooperation von Schulen und Unternehmen, um Jugendliche von Anfang zu aktivieren, sowie die Chancengleichheit auf dem Ausbildungsmarkt zum Schwerpunktthema für Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft zu machen.

Hochachtungsvoll
Mehtap Çaglar
Bundesvorsitzende

Diskriminierung beim Ausbildungsmarkt