Föderation Türkischer Elternvereine in Deutschland e.V
Almanya Türk Veli Dernekleri Federasyonu
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Sprachenvielfalt in der Schule ist ein Reichtum

Kontakt:

ATÖF: Bilge Yörenç (Zweite Vorsitzende) | Tel.: 0173 232 21 06 | Mail: bilgeyoerenc@web.de

FÖTED: Dr. Ali Sak (Bundesvorsitzender) | Tel: 0172 215 1 63 | Mail: alisak@arcor.de

TGD: Cihan Sinanoğlu (Pressesprecher) | Tel.: 030 2196 8084 | Mail: presse@tgd.de


Sprachenvielfalt in der Schule ist ein Reichtum

Die Föderation der Türkischen Elternvereine in Deutschland (FÖTED), der Bund der Türkischen Lehrervereine in Deutschland (ATÖF) und die Türkische Gemeinde in Deutschland (TGD) plädieren klar für die Anerkennung und Förderung von Mehrsprachigkeit in der Grundschule: Dies gilt für Englisch genauso wie für die größten migrantischen Herkunftssprachen u.a. Türkisch, Russisch, Polnisch und Arabisch.

Angesichts der hitzigen Diskussion, angefacht durch die baden-württembergische Kultusministerin Susanne Eisenmann über die Sinnhaftigkeit des Englischunterrichtes für die jüngsten Schulkinder, sollte Sachlichkeit in die Diskussion zurückkommen. Auch der Philologenverband, der Lehrerverband VBE und der Landeselternbeirat in Baden-Württemberg könnten sich mit dem Gedanken bezüglich Englischunterrichts ab der 3. Klasse anfreunden1.

Ministerin Eisenmann erläuterte ihre Motivation: „Nach den Ergebnissen in den Vergleichsstudien IQB und Vera 8 haben wir begonnen darüber nachzudenken, wie der Deutsch- beziehungsweise der Mathematikunterricht weiter gestärkt werden kann.“ Die Studien bescheinigten den Schüler*innen Defizite im Fach Deutsch. Dabei müsse geklärt werden, ob die Mittel für den frühen Fremdsprachenerwerb nicht für eine bessere Grundbildung in den Fächern Deutsch und Rechnen eingesetzt werden könnten. „Die Analyse ist also auch eine Abwägung von Aufwand und Ertrag“, sagte Eisenmann. Also ein mehr an Deutsch und Mathe statt Englischunterricht in den Klassen 1 und 2.

Nichts anderes steckte hinter den Überlegungen der NRW Schulministerin Yvonne Gebauer, in der sie die „Sinnhaftigkeit des Englischunterrichtes in den Eingangsklassen“ in Frage stellte. Genau an dieser Stelle setzten die Überlegungen des Vorsitzenden des NRW Landesintegrationsrates Tayfun Keltek an. In dem Bundesland mit dem höchsten Anteil an Schüler*innen mit Migrationshintergrund befürwortet der Landesintegrationsrat die stärkere Förderung der natürlichen Mehrsprachigkeit in den Schulen.

Leider wurden seine Aussagen aus dem Zusammenhang gerissen und mündeten in eine unsachliche Diskussion: „Landesintegrationsrat fordert Türkisch statt Englisch!“ Diese Forderung wurde, wenn man sich die diesbezüglichen Pressemitteilungen anschaut, nie gestellt. Wir distanzieren uns vehement von der unsachlichen Diskussion, angefacht auch durch die hiesige Presse, welche den Rechtsradikalen nutzt und Ressentiments insbesondere gegen das Türkische schürt.

Die in der TGD organisierten Lehrerverbände (ATÖF) und Elternverbände (FÖTED)  fordern seit Jahren, dass Mehrsprachigkeit verstärkt und bereits im frühkindlichen und Grundschulalter gefördert wird. Zur Mehrsprachigkeit gehören dabei alle Sprachen, die in den Familien der Kinder gesprochen werden, und natürlich auch Englisch als etablierte und zentrale Fremdsprache. Eine Sprache darf nicht gegen eine andere ausgespielt werden. Im Gegenteil gehören sie alle ins Bildungsangebot der Schulen.

ATÖF und FÖTED setzen sich bundesweit dafür ein, dass Türkisch sowohl als Muttersprache/ Herkunftssprache als auch als zweite oder dritte Fremdsprache in den Fremdsprachenkanon aufgenommen wird. Kinder und Jugendliche mit türkischem Migrationshintergrund bekommen so die Möglichkeit, Wissen über die Kultur und Sprache ihres Herkunftslandes zu erwerben und auszubauen – und zwar möglichst unter deutscher Schulaufsicht und als zeugnisrelevantes Fach. Die wissenschaftlichen Studien des Bildungsministeriums zur Mehrsprachigkeit belegen, dass das Lernen der Herkunftssprachen auch das Lernen weiterer Sprachen unterstützt und motiviert. Die real in unserer Einwanderungsgesellschaft gesprochenen Sprachen dürfen nicht ausgeklammert werden. Vielmehr sollten die zahlreichen Herkunftssprachen als Mittel zum Zweck genutzt werden, um das Deutsch- und das Fremdsprachenlernen zu verbessern.2

Abschließend fordern wir von den Schulbehörden, die Zwei- und Mehrsprachigkeit der Kinder und Jugendlichen schon im Grundschulalter als Reichtum anzuerkennen und konsequent zu fördern.

1) https://www.news4teachers.de/2017/01/englisch-in-der-grundschule-abschaffen-hitzige-diskussion-um-eisenmanns-vorstoss/ (abgerufen am 15.02.2019)

2) https://www.goethe.de/de/spr/mag/20483052.html (abgerufen am 15.02.2019) und „Bilinguale Grundschule: Ein Beitrag zur Förderung der Mehrsprachigkeit“, I. Gogolin und H-J. Roth, in: Mehrsprachigkeit bei Kindern und Erwachsenen, Tanja Anstatt (Hrsg.), S. 44, Tübingen 2007.

Internationaler Tag der Muttersprache

Die Mitgliedsorganisationen der FÖTED haben auch dieses Jahr, zum Internationalen Tag der Muttersprache, unterschiedliche Veranstaltungen durchgeführt.
Berlin
In Fortsetzung der sehr gut angenommenen Veranstaltungen in den Jahren2017/2018 hat der Türkische Elternverein in Berlin-Brandenburg –TEVBB die seit dem letzten Schuljahr durch die Senatsverwaltung für Bildung an verschiedenen Berliner Schulen angebotenen AG Angebote „Herkunftssprache Türkisch (HSU-Türkisch) noch einmal thematisiert.
In der Veranstaltung an der auch der Staatssekretär für Bildung Herrn Mark Rackles, der stellvertretende Generalkonsul der Türkei und der stellvertretende Bildungsattaché teilnahmen, wurde über die bisherigen Erfahrungen diskutiert und Anregungen für die weitere Verstetigung des Mutter-/Herkunftssprachen Unterrichts gegeben.

Niedersachsen

Die Föderation Türkischer Elternvereine in Niedersachsen / FÖTEV-Nds

hat am 21. Februar 2019 eine Veranstaltung mit dem Titel „Die Zukunft der Mehrsprachigkeit in Deutschland: Fokus Türkisch“ durchgeführt.

Dr. Ahmet Ünalan von der Universität Duisburg-Essen hat einen Fachvortrag zum Thema „Die Zukunft der Mehrsprachigkeit in Deutschland – Fokus Türkisch“ und Dr. Ali Sak , Bundesvorsitzender der FÖTED hat einen Fachvortrag zu Thema „Der Einfluss von Mehrsprachigkeit auf die Hirn- und Sprachentwicklung von Kindern“ gehalten.

Nach einer Diskussion mit den Teilnehmer*innen der Veranstaltung, klang die Veranstaltung mit einer musikalischen Darbietung aus.

Bundesvorstandssitzung der FÖTED

Die letzte Bundesvorstandssitzung des Jahres fand am 15.12.2018 in Extertal statt. Der Bundesvorstand diskutierte über die Tätigkeiten des vergangenen Jahres und erstellte einen Arbeitsplan für 2019

Bundeselternnetzwerk der Migrantenorganisationen für Bildung & Teilhabe (bbt)

Am 13.12.2018 fand die ordentliche Mitgliederversammlung 2018 des bbt in Berlin statt. Der Vorstand erstattete Bericht über das erste Jahr nach der Gründung des bbt. Als neue Mitglieder wurden die Iranische Gemeinde in Deutschland e.V. und Zentralrat der Serben in Deutschland aufgenommen.

https://www.bundeselternnetzwerk.de/newsletter/neues-aus-dem-bundeselternnetzwerk.html

Die letzte Bundesvorstandssitzung des Jahres fand am 15.12.2018 in Extertal statt. Der Bundesvorstand diskutierte über die Tätigkeiten des vergangenen Jahres und erstellte einen Arbeitsplan für 2019

Der Türkische Elternbund in Lübeck und Umgebung hat eine Veranstaltung zur Förderung der Zweisprachigkeit und für eine Kostenfreie-Kitas durchgeführt. An der Veranstaltung nahmen Vertreter*innen aus unterschiedlichen Vereinen sowie die neue Türkische Generalkonsulin in Hamburg teil.

Unter dem Motto „Mehrsprachigkeit fördern – Angebote Niedersachsens Schulen ausbauen!“ fand am 19.10.2018 eine Fachtagung der FÖTEV-Niedersachsen, in Kooperation mit dem Verband „Polnische Journalisten in Deutschland“, dem Verbindungsbüro der polnischen Vereine in Hannover und Niedersachsen e.V. sowie dem Verband Binationaler Familien und Partnerschaften in Hannover statt. (mehr unter: http://www.foetev.de/fachtagung-mehrsprachigkeit-foerdern-angebote-niedersachsens-schulen-ausbauen/)

Die Jahresabschlussveranstaltung der FÖTEV-NDS-Projekts „Aktiv für Bildung 2018″ fand am 31.12.2018 statt. Der Schwerpunkt: Förderung von Sprache und Gewaltlosigkeit“ am 30.11.2018 war aus Sicht des Verbands und aller Beteiligten ein großer Erfolg.(Mehr zur Veranstaltung: http://www.foetev.de/jahresabschlussveranstaltung/)

Am 10.10. 2018, fand in der Bundesgeschäftsstelle der TGD in Berlin die Sitzung der Arbeitsgruppe Bildung statt. Der Bundesgeschäftsführer der FÖTED, Dr. Mehmet Alpbek nahm an der Sitzung teil. Die Hauptthemen waren Muttersprachen-/Herkunftssprachenunterricht in Deutschland sowie das Thema Diskriminierung in der Schule. Die Teilnehmer*innen berichteten über die Entwicklungen zum Thema in den verschiedenen Bundesländern und bei der Kultusministerkonferenz (KMK). Als Gäste waren Vertreterinnen der Bundesvereinigung der polnischen Lehrkräfte und des Russischen Lehrerverbands anwesend. Mit den Gästen wurde ein Austausch über die verschiedenen Erfahrungen durchgeführt und eine engere zukünftige Zusammenarbeit verabredet.

Antidiskriminierungsbeauftragte der Berliner Senatsbildungsverwaltung, Saraya Gomis berichtete über Diskriminierung im Bildungsbereich, ihre Tätigkeit, den Möglichkeiten und Grenzen. Danach diskutierten die Teilenehmer*innen gemeinsam.

Förderung für berufsbezogene Weiterbildung

Um den Erwerbstätigen mit geringerem Einkommen die Teilhabe am Lebenslangen Lernen zu erleichtern, führte die Bundesregierung mit der Bildungsprämie im Dezember 2008 ein neues Finanzierungsmodell ein.

Mit der Bildungsprämie fördert der Bund individuelle berufsbezogene Weiterbildung. Berufsbezogen bedeutet, dass die ausgewählte Weiterbildung für den beruflichen Kontext wichtig sein muss – für die aktuelle oder eine geplante neue Tätigkeit. Individuell heißt, dass es um die persönlichen Bildungsinteressen geht – unabhängig von den Interessen des Arbeitgebers.
Für die Förderung stehen zwei Möglichkeiten zur Verfügung: der Prämiengutschein und der Spargutschein („Weiterbildungssparen“). Die beiden Gutscheine können miteinander kombiniert werden. Mehr Informationen für Weiterbildungsinteressierte.

Mit Unterstützung des Europäischen Sozialfonds wurden schon mehrere Hunderttausend Prämiengutscheine für berufsbezogene Weiterbildungen ausgegeben. Weiterbildungen, die den Nutzerinnen und Nutzern der Prämie dabei geholfen haben, sich besser zu qualifizieren, mehr berufliches Selbstvertrauen zu gewinnen, sich auf neue berufliche Aufgaben vorzubereiten und die Gefahr von Arbeitslosigkeit zu verringern.

Mehr zum Thema Weiterbildung und Weiterbildungsförderung auf der Seite des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.